|
Hanns-Rainer Schietzelt,
geboren 1933 in Chemnitz, blickt
auf ein bewegtes Leben zurück.
Schon als Kind erlebte er den
Zweiten Weltkrieg und dessen
Ende. Im März 1945 wurden sie in
Chemnitz ausgebombt und seine
Familie zog nach Waldheim bei
Dresden. Seine Liebe zum
Tischtennis begann 1946, im
Alter von 13 Jahren, an der
Luther-Schule in Waldheim – an
einem Tisch mit Linoleumbelag
und im Wohnzimmer von Freunden.
Die Zeiten waren schwer, es gab
wenig Material: Kaputte Bälle
wurden mit viel Einfallsreichtum
und etwas Aceton wieder
zusammengesetzt – aus zwei mach
eins, denn es gab ja nichts.
Schon bald wurde Hanns-Rainer
Mitglied der BSG Rosodont
Waldheim, wo er erstmals
Turnhallenluft schnupperte und
an Wettkämpfen teilnahm. Mit
viel Begeisterung, wenn auch mit
wenig Anleitung, ging es zu den
ersten Punktspielen.
Nach seinem Umzug 1951 wieder
nach Chemnitz trat er der BSG
FEWA Chemnitz, später
Chemie Karl-Marx-Stadt, bei.
Ab 1953 studierte er fünf Jahre
an der Verkehrshochschule
Dresden und spielte dort aktiv
für die HSG, sowohl im
Punktspielbetrieb als auch bei
Spielen im Wohnheim – unter
anderem mit großartigen
vietnamesischen Mitstudenten.
Nebenbei engagierte er sich in
Dresden sogar als Schriftführer
bei dem KFA-Tischtennis.
Nach dem Studium ging es
zurück nach Karl-Max-Stadt in
die 2. Kreisklasse – immer
begleitet von seiner großen
Leidenschaft für den Sport. 1960
führte ihn sein Weg nach Berlin.
Anfangs ohne Tischtennis, doch
bald spielten Freunde gemeinsam
Tischtennis, kegelten oder
bowlten. In den 1980er-Jahren
kam es dann auch wieder zum
Tischtennisspielen mit seinem
Freund Günter Horn.
Ein besonderes Kapitel
begann, als er zu seinem 40.
Geburtstag seinem Sohn Tobias
eine Tischtennisplatte schenkte.
Gespielt wurde zunächst in
seiner neu gebauten Garage in
Neuenhagen. Schon bald jedoch
war Hanns-Rainer kein
ernstzunehmender Gegner mehr für
seinen Sohn – Tobias entdeckte
den Sport für sich, trat
Rot-Weiß Neuenhagen bei und
trainierte dort intensiv.
Hanns-Rainer begleitete ihn
sogar zu drei Wochenenden
Trainingscamps nach
Erdmannsdorf/Zschopautal. Und
ein ganz besonderer Moment: Zu
seinem 90. Geburtstag
stand er gemeinsam mit seinem
Sohn in Neuenhagen wieder an der
Platte.
Im Jahr 2002 erfuhr
Hanns-Rainer, dass Bernhard
Thiel im „Hellersdorfer
Joker“ eine
Senioren-Tischtennisgruppe ins
Leben gerufen hatte. Gemeinsam
mit seinem Freund Günter Horn
gehörte er zu den ersten
Mitgliedern. Es war eine
wunderbare Zeit mit einer tollen
Truppe, die Bernhard Thiel mit
viel Herzblut aufgebaut hat. An
dieser Stelle möchte
Hanns-Rainer Bernhard Thiel
ausdrücklich für seine
Initiative, sein Engagement und
seine Geduld danken, mit der er
den Mitgliedern das
Tischtennisspielen nähergebracht
hat.
Als 2014 das Kapitel „Hellersdorfer
Joker“ endete, fand Bernhard
Thiel eine neue sportliche
Heimat für die Gruppe beim SC
Eintracht Berlin e. V. Dort
stand eine eigene Halle und eine
große Tischtennisabteilung zur
Verfügung. Viele Jahre lief
alles bestens – bis 2023
plötzlich bekannt wurde, dass
die Halle künftig von einer
nebenan gebauten neuen Schule
genutzt werden sollte.
Zweieinhalb Jahre
Sanierungsarbeiten,
Hallenteilungen und Unsicherheit
führten dazu, dass sich leider
einige langjährige Mitglieder
verabschiedeten, was
Hanns-Rainer sehr bedauert. Auch
sein enger Sportfreund Bernhard
Thiel musste aus
gesundheitlichen Gründen
kürzertreten.
Trotz aller Herausforderungen
ging es für Hanns-Rainer, auch
teils in der
Carola-Neher-Straße weiter.
Dank des guten Zusammenspiels
von Schul- und Sportamt,
Bauleitung, Bezirksamt und
Abteilungsvorstand konnte sogar
während der Sanierungsarbeiten
weitergespielt werden – ein
starkes Zeichen für den
Zusammenhalt.
Zum Abschluss möchte
Hanns-Rainer seinem Freund
Berni noch einmal herzlich
danken – für all die schönen
Jahre, sein großes Engagement
und die tolle
Senioren-Freizeit-Truppe.
Und ein Versprechen hat er uns
ebenfalls gegeben:
Er möchte noch ein paar Jahre
gemeinsam mit uns an der Platte
stehen – mindestens bis 2027,
wenn er auf 25 Jahre aktives
Tischtennis in unserer Runde
zurückblicken kann.
In diesem Sinne:
Ein kräftiges "Sport Frei"!
|